Ist das Auto der Zukunft elektrisch? Wenn ja - welche Folgen hätte das für unsere Gesellschaft und wie sähe überhaupt eine konkrete technische Umsetzung aus? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schüler des Physik Leistungskurses Q2 im Rahmen der von der Johann Wolfgang Goethe-Universität organisierten "Week of Science". Zu einer vollständigen Erfassung des Forschungsgebiets "Elektroauto" reicht die rein naturwissenschaftliche Betrachtung aus Sicht von Physikern und Chemikern nicht aus. Vielmehr bedarf es der Zusammenarbeit von Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften, um das Elektroauto zu verstehen. Dies vermittelte uns der Vizepräsident der Goetheuniversität in seiner Ansprache zu Beginn der Veranstaltung.
 
 
Die Besonderheit der unter dem Motto "Mobilität bewegt junge Köpfe" stehenden Veranstaltung war, dass besonders viel Wert auf das eigenständige Arbeiten der Schüler gelegt wurde. Demnach teilten wir uns gleich im Anschluss an die Eröffnungsrede auf, um uns dem ersten Themenblock des Tages zu widmen - der soziologischen Betrachtung des Elektroautos.
 
 
Mit Hilfe der sozialwissenschaftlichen Methoden des Fragebogen und der Expertenbefragung ermittelten wir ebenso die Marktchancen und Benutzergruppen von Elektroautos, wie auch mögliche Gründe für die in der Gesellschaft verbreitete Ablehnung von Elektroautos. Wir kamen zu dem Schluss, dass Elektroautos aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit und der niedrigen Betriebskosten eine ernstzunehmende alternative zu Autos mit Verbrennungsmotoren darstellen, insbesondere wenn Verbesserungen an der Akkukapazität und der Ladeinfrastruktur vorgenommen werden.
Am Nachmittag beschäftigten wir uns dann mit den zwei wesentlichen Bestandteilen des Elektroautos, Akkumulator und Elektromotor.
 
 
Bei den heutigen Elektroautos finden vor allem Lithiumionenakkumulatoren Verwendung. Diese Akkus besitzen eine hohe Energiedicht und kommen in unterschiedlichsten Varianten vor. Nach einem Raumwechsel in das Chemielabor und einer kurzen Einführung über das allgemeine Funktionsprinzip eines Akkumulators, bauten wir, aufgeteilt in zweier Gruppen, unseren jeweils eigenen Lithiumionenakkumulator zusammen. Im Rahmen des Experiments betrieben wir mit unseren eigenen Akkus einen kleinen Elektromotor und nahmen Messungen zur Bestimmung des Spannungsabfalls vor.
 
 
Im Physikraum untersuchten wir die Funktionsweise von Elektromotoren. Neben dem Zusammenbauen eines eigenen Bürstenmotors führten wir in Kleingruppen mehrere Experimente zum Synchronmotor- wie er in Zügen und eben auch in Elektroautos Verwendung findet - durch.
 
 
Insgesamt war der Tag sehr abwechslungsreich und interessant, wobei das Selberbauen des Lithiumionenakkumulators und des Bürstenmotors besonders Spaß gemacht haben.
 
Verfasser: Philipp Brokof